Zum 10. Mal hat in Kopenhagen die reboot stattgefunden. Die Web-Konferenz, die für ihren philosophisch/humanistischen Ansatz bekannt ist und dieses Jahr unter dem Motto "free" lief, hatte erneut ein inhaltlich reizvolles Programm mit einigen Höhepunkten. Verwundert hat mich die Abwesenheit vieler bekannter Gesichter, natürlich insbesondere aus Deutschland aber auch aus UK und Frankreich. Der geographisch gegebene Überhang der Skandinavier war noch deutlicher zu spüren als sonst und insgesamt waren doch eine Menge junger Start-Ups unterwegs, was sicherlich ein guter Jagdgrund für VC´s war, von denen man auch ein gutes halbes Dutzend ausmachen konnte.

Drüben bei Knallgrau kann man eine sehr schöne Abhandlung des ersten Tages lesen. Bei Nicole gibt es gute Interviews auf die Ohren.

Heute, am zweiten Tag, war Jyri Engström mein absolutes Highlight, weil seine Sichtweise auf Dinge immer extrem erfrischend abstrakt ist. Ausserdem scheint das, was er sich so abstrakt zusammendenkt, auch nicht ganz unspannend zu sein, sonst hätte Google sicherlich nicht seine Firma vor 8 Monaten gekauft.

Jyri sieht das Internet auf einer Etappe zum kompletten "Live Web", in dem wir ähnlich eines realtime Computerspiels in Echtzeit Informationen über unsere Umwelt und unser Netzwerk bekommen. Dabei wird die Informationsflut noch gewaltig ansteigen, aber die Priorisierung von Information wird sich auch verändern. Suche verändert sich weiter, sie wird "sozial".

Unter anderem legte Jyri ein Slide auf, welches in 3 Phasen veranschaulichte, wie Menschen im Internet suchten - bzw. welche Portale für Suche im Web charakteristisch waren und heute sind:

Suchart: ->browse ->search ->share
Werkzeug: ->yahoo ->goolge ->facebook
Wertung: ->pagerank ->facerank?

Das gesamte Werk ist ohne speaker nur ein zehntel so viel wert, aber es gibt dennoch Denkanstösse.

Jyri´s Annahnmen zeigen sicherlich in die richtige Richtung. Das eigene, persönliche Netzwerk ist der wichtigste Informationslieferant. Externe, klassische Quellen sind wichtig und man muss aufpassen, dass man sich nicht nur aus dem eigenen Netzwerk bedienen läßt, weil man dadurch auch häufig nur die Neuigkeiten bekommt, die man hören will. Wie ein Teilnehmer der Konferenz richtig bemerkte, ist "gossip", also das Getratsche der Leute, den meisten Menschen wichtiger als "klassische Nachrichten". Die unglaubliche Menge an unnützer Information, die durch das Netzwerk schwappt, ist dabei extrem störend, aber es wird dafür bessere Filter geben.

Stowe Boyd bedient sich einer einfachen Methode:

"If it is important, it will surface. It will come again".