Mit dem neuen Friedensnobelpreisträger Mohammed Junus erinnerte ich mich an meinen 2-wöchigen Sprachschulaufenthalt in Guatemala, genauer gesagt in San Pedro de la Laguna.

Dort lebte ich 2 Wochen bei einer Familie. Der Hausherr war auch Direktor der lokalen Schule und ebenso Koordinator eines Kleinkredit-Programmes für Frauen in San Pedro de La Laguna. Als zufällig ein Koordinationstag mit amerikanischen Geldgebern anstand bin ich mitgegangen und lernte auch die Frauen kennen, die sich über die bestehenden Möglichkeiten informierten.

In der Tat ist es auch in Guatemala so, daß Kredithaie 20% PRO TAG für ihr Geld verlangen. Eine weitere Hürde für die wirtschaftliche Entwicklung von Frauen sind in Guatemala die Männer - es ist nämlich (noch) verpönt, eine "selbständige Frau zu haben".

Daß es diese Programme gab, war mir bewußt - dass sie so extrem erfolgreich sind, nicht. Hoffentlich macht dieses Beispiel Schule. Es hilft nicht nur aus der Armut, sondern zeigt auch die richtige Anwendung des Kapitalismus. Geld ist nichts Schlechtes. Es kommt nur darauf an, in wessen Händen es ist und was man damit macht.

Wenn ich diesen Gedanke so weiterspinne, muesste eine Gesellschaft eigentlich Steuern/Gelder zu den Teilnehmern der Gesellschaft umverteilen, die das Beste damit anstellen. Nun gut - über Spenden kann eigentlich jeder dies bewerkstelligen, zumal diese Spenden häufig die persönliche Steuerlast senken. Nur wissen wohl nur die wenigsten, an wen sie spenden sollten und könnten. Dafür muss vielleicht mehr Bewußtsein und Transparenz her.