Der prall gefüllte und gut organisierte Jonet-Tag 2005 brachte am Samstag viele Journalisten und ähnliche Menschen in der Hamburger Handelskammer zusammen.

Weblogs waren in aller Munde und sogar der Chefredakteur von Spiegel Online, Hr. v. Blumencron, bezeichnete Spiegel Online als ein Weblog, was die geladenen Gäste doch stark verwunderte. Johnny Häusler quasselte seinen Mund fusselig bei dem Versuch, Menschen zu erklären, wie Blogs funktionieren, warum sich alle darüber aufregen und wie man damit Geld verdienen kann.

Viele Journalisten und solche, die es gerne werden möchten, klagen darüber, daß man keine Zeit mehr hat, wirklich Journalist zu sein. Mann muss viel produzieren und teilweise sogar Artikel schreiben, die ein attraktives Werbeumfeld für Werbekunden schaffen. Der "echte", investigative Journalismus bleibt auf der Strecke. Keiner nimmt sich mehr Zeit, eine Story wirklich wochenlang zu recherchieren, weil es kaum einer mehr bezahlen kann.

Ergo sinkt die Qualität vieler Blätter. Auch etablierter Titel, wie z.B. hier. Durch Blogs aber können viele helle Köpfe Ideen und Meinungen unkompliziert veröffentlichen. Das kann eine durchaus bereichernde Lektüre sein. Insbesondere, wenn es keine Redaktion gibt, die den ursprünglich guten Text kastriert.

Zeitungen müssen sich auf ihre Kernkompentenzen konzentrieren: ihre Redaktionen und Archive. Das Wachstum der Blogs wird auch durch die strukturelle Entwicklung erlaubt, die das Internet mit sich gebracht hat. Es erreicht Millionen von Menschen, die nach gut 10 Jahren Internet nun Vertrauen in das Medium aufgebaut haben. Bloganbieter machen es leicht, ein Blog zu erstellen und menschliche Basismotivationen auszuleben:

self-expression, communication, sharing

und noch immer wundert man sich mit einer gewissen Hysterie über das Wachstum. Das geht vorbei.